Basel, 300 n. Chr.: Römische Umfassungsmauer

Image Basel, 300 n. Chr.: Römische Umfassungsmauer

Lage:

Schlüsselberg 14. Der Eingang zur Info-Stelle befindet sich unter der Laube am Westrand des Hofes des Schulhauses zur Mücke.

Beschreibung:

Nach einer langen Phase des Friedens waren die Römer durch kriegerische Ereignisse gezwungen, die nördliche Grenze ihres Imperiums wieder an den Rhein zurückzuverlegen. Der Basler Münsterhügel wurde nun mit einer Befestigungsmauer umwehrt, von der heute noch ein Stück in der Info-Stelle am Schlüsselberg 14 besichtigt werden kann.

Das Fundament der Umfassungsmauer ist aus grossen Kalk- und Sandsteinblöcken gefügt. Viele dieser Steine stammen wahrscheinlich aus Augusta Raurica und sind wiederverwendete Architektur-Elemente (Spolien) grosser römischer Gebäude oder Grabdenkmäler.
Das Imperium Romanum wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. von wirtschaftlichen und politischen Krisen erschüttert. Nach 260 n. Chr. drangen immer wieder germanische Stämme in die nördlichen Provinzen ein. An verschiedenen Orten entstanden darum Befestigungen, die der Bevölkerung Schutz boten und militärisch verteidigt werden konnten – so auch auf dem Basler Münsterhügel. Davon zeugt der Mauerabschnitt, der in der Info-Stelle zu sehen ist.

Zudem sind drei zweckentfremdete Grabsteine ausgestellt, die an der Rittergasse in diese spätantike Wehr- und Umfassungsmauer eingebaut waren. Die lateinischen Inschriften zeigen, dass die regionale Bevölkerung in römischer Zeit sich aus Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammensetzte. Belegt sind eine romanisierte Keltin, ein wohl aus Italien eingewanderter ehemaliger Sklave und ein Veteran mit thrakischen Wurzeln.

Informationstafeln sowie Lebensbilder erläutern die archäologischen Befunde. Die Lage eines Grossbaus sowie eines Sodbrunnens im Innern der spätrömischen Siedlung ist im Boden vom Schulhof und Münsterplatz markiert.

Der archäologische Rundgang geht weiter zum bronzezeitlichen Graben oder direkt zur karolingischen Aussenkrypta.

Anlass:

Einrichtung des Kellers 1958 im Zuge des Baus der Turnhalle für das Gymnasium; Renovation im Jahre 2012.

Zugang:

Schlüssel erhältlich beim Kiosk im Münster (Öffnungszeiten) oder bei der Archäologischen Bodenforschung, Petersgraben 11.

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Literatur

  • Berger Ludwig
    Archäologischer Rundgang durch Basel. Archäologischer Führer der Schweiz 16 (Basel 1981), 41f.
  • Fellmann Rudolf
    Das römische Basel. Führer durch das Historische Museum (Basel 1981), 4-8; 29–37.
  • Walser Gerold
    Römische Inschriften in der Schweiz, Bern 1979 (Teil 2: Nordwest- und Nordschweiz)
  • Eckhard Deschler-Erb, Andrea Hagendorn
    Auf dem Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende. Archäologische Denkmäler in Basel 5 (Basel 2007), 36–41.

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